2014-04-15
Das Specials in Japan fällt heute etwas kürzer aus ist aber dennoch verwundernd und erschreckend zugleich:
...Züge können auch pünktlich sein, pünktlich losfahren und sogar pünktlich ankommen. Und das immer. Fast angsteinflößend, was es in dieser Art Paralleluniversum auf der anderen Seite der Scheibe hier so alles gibt.
Neben dieser erstaunlichen Erkenntnis haben wir heute sogar noch mehr erfahren und erlebt.
Gestartet ist der Tag in Hiroschima mit strahlend blauem Himmel und einem Besuch im Shukkeien, einer Art botanischem Garten mit einem kleinen See in dessen Mitte.
Darin tummeln sich Schildkröten und am Rand kann man sich in einer schön hergerichteten Bonsai-Landschaft ausruhen, wenn man möchte...
Oder aber man füttert die vielen bunten Koi.Karpfen im See, welche sehr zutreulich geworden sind und man sie sogar einfach streicheln kann...was ich natürlich gemacht habe und nun stolz von mir behaupten kann schon mal einen weißen Koi gestreichelt zu haben.^^
Danach marschierten wir ohne Widerstand von Samurai, Ninjas, Shogunen oder sonstigen Besuchermassen einfach in die Feste Hiroshima ein.
Diese sieht aus wie eine Mischung aus einem Bauernhaus im Allgäu und einer japanischen Pagode.
Und da wir noch weiter wollen, stärken wir uns erst einmal im Okonomiyaki-Building mit einer osakischen Spezialität... einem Okonomiyaki. Dieses wird auf einer heißen Tischplatte vor einem zubereitet und ist folgendermaßen aufgebaut.
Zuerst kommt der Pfankuchen...
dann Kraut...
dann Algen (glaube ich)...
dann frittierter Tintenfisch (nach Wunsch)...
dann Sojasprossen...
dann Frühlingszwiebeln...
dann irgendwas braunes...
dann Schwein...
und dann wird es gedreht.
Und dann kommt die Beiköchin und brät mit etwas Öl die Nudeln an und legt den bisherigen Stapel darauf...
bis die Chefin wieder die Eier aufschlagen und ausbreiten muss und...
und diesen damit topt.
Dann gibts noch etwas Okonomiyaki-Soße...
und Pulver aud den 2 silbernen Dosen...
...fertig!
Und jetzt können wir Essen...^^
Neeiiin. Wir haben noch den rosa-salzig eingelegten Ingwer vergessen.
Aber danach konnte es losgehen. Und mit einer Art Spachtel wird der Pfannkuchen mit bissle was drauf dann gegessen. Dies ist aber nicht ganz so einfach, da das Gebilde nicht kalt wird... es bleibt ja weiterhin auf der heißen Platte liegen. Einheimische überholen und zwar, aber naja. Gut wars trotzdem. :)
Gestärkt geht es zum Bahnhof, in den Zug, aus dem Zug und auf die Fähre nach...
...vielleicht erkennt man es hier...
...aber spätestens hier...
...na?! Natürlich nach Miyajima (das man natürlich unbedingt besuchen muss, wenn man hier schon in der Gegend ist)!
Dort werden wir auch schon von den Einheimischen erwartet für die wir aber diesmal keine Rehkekse dabei haben.
Was der insulanen Eisproduktion wohl entgegenwirkt, da diese anscheinend die Reh-Hinterlassenschaften weiter verarbeiten. Ich entschied mit trotz Neugier aber für eines mit Blaubeer-Soße.
Etwas seltsam wirkt die Kombination von Reh und Strand schon...
...und als wir 200 m weiter zum Torii kommen muss ich erstmal ein Jumpfoto machen und wenn der Sebastian etwas größer wäre, hätte er glaube ich nicht mehr so gelacht.^^
Aber da man auch das Torii nicht mehr so gut sieht, wenn ich wie die Einheimischen Schulkinder davor rumspringe, hab ich nochmal eines von näher dran gemacht.
...und noch näher.
Wo man dann auch erkennt, dass man hier wohl sein Geld loswerden kann zwischen den Muscheln.
Man kann es aber auch einfach auf den Boden daneben werfen...
Der dazugehörige Itsukushima Shrine ist komplett auf Pfählen errichtet und schwebt wohl somit auch bei Flut.
Diesen betreten wirüber eine Treppe mit einem Geländer voller Gebetsmühlen.
Und nebenan stehen Statuen erleuchteter Gläubiger mit Strickmützen... diese gehen aber nicht mit dem Trend oder frieren an ihren kahlen Schädeln, sondern dieser Brauch hat einen sehr traurigen Hintergrund. Verlieren Eltern ein Kind sorgen sich auf diese Weise für eine Statue, um die Trauer im Gebet und Gedenken besser verarbeiten zu können.
Als wir im Tempel ankommen herrschte reges Treiben, denn wir haben schon wieder zufällig eine religiöse Feierlichkeit besucht. Heute das 'Fire walking Ritual'... ein alljährliches Tempelfest wie auch die 'Ceremony for Kitchen Knives' oder das 'Lantern Ritual'.
Ich bin mal etwas auf einen Blumentopf geklettert, um auch wa davon mitzubekommen und da alle nach vorne starren, stört das auch niemanden.
Mönche bereiten ein Bett aus glühenden Kohlen, segnen dieses und breiten Wedel außenherum aus.
Und dann wird um das ganze etwas weniger schmerzhaft zu machen ein Weg durch die Mitte des Kohlebeetes mit langen hölzernen Stangen bereitet... denn es geht darum im Gebet beim Lauf durchs Feuer für Gesundheit zu beten. Und wie sinnvoll wäre das, wenn es mit verbrannten Füßen endet.
Die lokalen Mönche beginnen das Treiben und hinterher pilgert Alt und Jung.
Nebenan gibt es noch einen schönen Teich und wie an vielen heiligen Orten verteilt man hier Geld und lässt es auch dort.
Im höchstgelegenen Gebäude des Daishoin Tempels meint man fast, dass die Japaner for Henry Ford das Fließband erfunden hätten...
Aber nach dem Tempel ist noch lange nicht Schluss, denn es gilt den Mount Misen zu erklimmen, der mit 535 m Höhe über dem Meeresspiegel der höchste der Insel ist und in der Touristenkarte mit einer 1,5 bis 2 stündigem Anstieg erklärt wird. Ich denke mir 'Challange accepted' und renne los. Auf dem Weg nach oben überhole ich noch einige Schleicher, begegne Eidechsen...
Wasserfällen...
Rehen...
und Erosions-Hinternissen...
und schaffe den Aufstieg innerhalb von ca. 50 Minuten.
Oben warte ich noch 25 Minuten auf die anderen beiden und mich erwartet eine tolle Aussicht...
und natürlich sieht man auch Torii...
... von hier.
Nach genossenem Ausblick und einem Schluck kaltem grünen Tee, den man auch hier oben aus einem der unzähligen Getränkeautomaten erstehen kann.
Auf dem Weg nach unten mach ich aber doch nochmal kurz Halt, damit der Minh auch mitkommt und nicht wirklich hierbleiben muss.
Und weil er gegen Ende mit Sebastian und mir flotten Schrittes den Abstieg beendete gabs auch ein gebratenes Reisbällchen mit Kräutern grüngefärbt und diesmal die Bohnenpaste nach außen tragend.
Eine fünfstöckige Pagode gibt es hier auch noch...und viele viele zahme Rehe.
...und große Reislöffel als Souvenir.
Aber was wäre ein japanisches Highlight ohne seine animeartige Personalisation...hier der Torii-Reislöffel-Reh-Priester-Man!
Nach einem kurzen Plausch mit einem Reh am Strand gings wieder auf die Fähre...
...wo sich auch die Sonne langsam von uns verabschiedete. Nur für heute hoffe ich.
Und weil Minhs Bruder gesagt hat wir sollen öfter Ramen essen gehen, haben wir das auch glatt gemacht.
...bis morgen. :)
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