Montag, 7. April 2014

2014-04-06
Heute haben wir zwei, drei weitere über die Grenzen von Japan hinaus bekannte Ereignisse besucht…
Zuerst stand aber die Zugfahrt nach Kawasaki-taishi und so wie von vielen vorgeschlagen, hatten wir uns im Voraus ein Japan Rail Ticket für ausländische Touristen besorgt (das ist nämlich billiger, als für Japaner). Nach dem Einlösen des nun für 2 Wochen gültigen Tickets, sind wir erst einmal an der falschen Station ausgestiegen und bis wir das bemerkt hatten, waren wir schon mitten im irgendwo und haben an einer kleinen Polizeistation nach dem Weg gefragt. Sofort hat sich ein weiterer Japaner in unser Gespräch mit zwei Polizisten eingeklinkt und hat uns mit Englisch und Internetrecherche eine nun richtige Wegbeschreibung liefern können. Sehr freundlich diese Japaner…^^
An der folgenden Bahnstation hat man dann aber auch gesehen, dass wir richtig waren, denn die Züge waren voll mit nicht-japanischen Touristen, die genauso wie auch wir zum Kanamara Matsuri (Eisen-Penis-Fest) wollten.
Dies ist eine Feierlichkeit des Kanamara-Schreines, welche auf folgender kurz zusammengefassten Legende basiert:
Es grassiert die Legende, welche um die Zeit des 17Jhds entstand, ein scharfzahniger Vagina-Dämon nistete sich bei einer frisch Vermählten ein und kastrierte deren Gatten in der Hochzeitsnacht. Den Fluch zu brechen suchte die Verzweifelte einen Schmied auf, der einen eiserenen Penis anfertigte um die Zähne des Dämonen zu zerbrechen…
Oder anders gesagt, dies ist ein Schrein, bei welchem man für Fruchtbarkeit und Prostituierte für ein gutes Geschäft und ein Verschont-Werden von sexuell übertragbaren Krankheiten beten. (genaueres unter http://en.wikipedia.org/wiki/Kanamara_Matsuri)
 
Und deswegen tragen nun jedes Jahr am ersten Sonntag im April die Ortsansässigen in traditioneller Tracht überproportionierte Penisse durch den Stadtteil. Einen rosanen, einen hölzernen und einen schwarzen begleitet von traditoneller Musik und Scharen von nicht-japanischen Touristen. Es gibt alles Mögliche zu kaufen, wie zum Beispiel Penis- und Vagina-Lutscher. Das wars aber auch schon… ich hatte mir das etwas beeindruckender vorgestellt. Absurd und lustig ist es aber allemal.
Etwas beschämend ist, dass bei so vielen nicht-japanischen Touristen (ca. 5000) mehr Polizei benötigt wird, als bei über 50.000 betrunkenen Japanern in irgendeinem Stadtpark.

Nach einer kleinen Stärkung mit Ramen (Itadakimasu) geht es absurd und japanisch weiter… in Akihabara. 

Also mein erster Anime war ‚Wiki und die starken Männer‘, aber den findet man hier denke ich nicht. Dafür abertausend verschiedene andere Animes. Im Elektronik- und Anime-Stadtteil gibt es Mangas, Anime, Hentai und die jeweiligen Figuren und Spielzeuge von klein bis Lebensgroß. Computerspiele, Elektronik, Spielhallen, usw. en masse. So viel, dass wenn man durch einen Laden läuft einem vor lauter Farben und Formen die Augen schmerzen.


Neben diesen Dingen gibt es aber noch etwas anderes etwas absurd Wirkendes… Maid-Cafés. Das sind Cafés, in welchen ganz viele Bedienungen als französisches Dienstmädchen gekleidet und mit einer Wölkchensprache ausgestattet einen Kindergeburtstag feiern für jeden, der neu eintritt.



Nicht ganz billig der Spaß, aber man muss es mal gesehen haben. Mit typischen Animegesten und goldigen Tanzeinlagen haben diese ‚kleine Mädchen‘ spielenden Maids, nicht nur Touristen, junge Japaner sondern auch etwas ältere Einzelgänger als Fans. Letztere würden mir etwas Angst machen, wenn ich eine Maid wäre… vor allem solche Gäste, die circa 50 Jahre alt sind, schon ihre eigenen Animations-Leuchtstäbe dabei haben und in Begleitung ihrer Plüschkatze sind, welche gegenübersitzt.
Nach einem Abstecher in die Spielhalle nehmen wir uns noch einen kleine Snack (Obento-Box; tolle japanische Fertiggerichte, die in einer enormen Auswahl und Vielfalt in jedem kleinen Supermarkt vorhanden sind) mit ins Hotel und packen schon mal für morgen.

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