Freitag, 18. April 2014

2014-04-18
Der Euro steht aktuell bei circa 140-142 Yen und das ist das Thema des heutigen Specials in Japan. Durch den für uns vorteilhaften Kurs oder auch insgesamt ist das Reisen und Essen in Japan gar nicht so teuer wie von vielen Seiten gehört.
Ein Getränk bis zu einem halben Liter bzw. hier gerne 555 ml, sei es Kaffee, ein Softdrink oder kalter Tee liegt in einem Bereich von 80 bis 150 Yen was 0,55 bis 1,05 € entspricht. Eine 20 cm Reisrolle gefüllt mit Thunfisch kostet 90 ct, ein Gebäckstückchen bekommt man ab 80 ct und eine kleine Bentobox fängt bei knapp 2 € an und alles macht schon gut satt und langweilig wird einem natürlich auch nicht, wenn man sich einmal durchs Schnellimbissregal isst. Eine Suppe (Ramen, Soba, Udon) bekommt man ab 5 € und wenn man sehr sparsam isst, ist der Tag mit 15 € gegessen…und mit 25 € hat man nicht wirklich auf den Preis geachtet. Insgesamt also etwas billiger als bei uns.

Überraschender Weise hat der Tag in unserem sehr schönen Hotel in Kanazawa (ca. 20 € pro Nacht) mit ein paar entspannenden Stunden im kostenlosen Spa- bzw. Onsen-Bereich mit mehreren Bädern, Whirlpool und Sauna aufgehört, sodass wir heute Morgen zeitig auschecken konnten, unsere Koffer am Bahnhof verstaut haben und zur Führung durch den Ninja-Tempel (Myoryuji), die wir gestern telefonisch (von der Touristeninformationsstelle) buchen haben lassen.



Da die Führung durch den alten vielzimmrigen Tempel nur auf Japanisch angeboten wird verstehen wir leider nur die Gesten unseres Führers, bekommen aber ein Buch in dem alles gezeigte beschrieben wird.
Um den betenden Lord vor Attentaten zu schützen oder im Angriffsfall schnell außer Haus und auf die Burg zu bekommen sind im ganzen hölzernen Tempelgebäude lauter Überraschungen versteckt. So gibt es überall Geheimtüren, unter dem Boden verborgene Fluchttreppen und Fallgruben von welchen die erste gleich vom Opferstock verdeckt wird und wie jeder buddhistische Opferstock auf zentralem Weg ins Hauptgebäude liegt. Im 25 m tiefen Brunnen soll 3 m über dem Wasserspiegel ein Fluchttunnel direkt zur Burg führen, aber uns wird erklärt, dass das noch niemand überprüft hat… so könnte also der natürlich immer sehr schlanke Lord durch den Brunnen zur Burg gelangen, während sich ein befeindeter Samurai noch vor dem Tempel die Shuhe auszieht.^^
Hat alles nicht funktioniert, gibt es zur Not auch ein Seppuku-Zimmer für den wachhabenden Kommandanten, um wenigstens noch würdig abzutreten dadurch, dass er sich selbst den Bauch aufschlitzt.
An 7 weiteren kleinen Tempeln vorbei laufen wir zurück in die Innenstadt und passieren eine Metzgerei mit einer Maske über dem Türrahmen, die in Deutschland wohl nicht für einen ehrlichen Metzger stehen würde.
Und weil wir grad bei Deutschland sind laufen wir auch noch an einer German Backery vorbei, welche auch nichts anderes anbietet als die Dänischen und Französischen Backshops hier… :)
Von 3 Wochen rumlaufen haben wir alle auch schon fast einen Knoten in den Beinen kommen aber trotzdem noch gut zum in Richtung Bahnhof gelegenem Omi-Cho Market.

Auf diesem soll man in Salz eigelegte Innereien finden können…wir wohl aber nicht, stattdessen denke ich mir die ganze Zeit, dass wir uns das Aquarium in Osaka hätten sparen können, wenn wir hier gleich auf den Fischmarkt wären. Begrüßen tut uns ein Thunfisch und jetzt weiß ich auch, wie sich Thunfischzunge anfühlt. 


Im Gegensatz noch zum Aquarium könnten wir hier alles probieren. :)

Auch hier kann man wieder alles Mögliche kaufen und aufgrund eines ähnlichen Breitengrades unterscheidet sich die Standard Obst- und Gemüseauswahl nicht stark von der deutschen. Abweichungen in Sachen Gemüse wären zum Beispiel nur Lotoswürzeln (links), Bambuskeimlinge (mitte) und der Ringelfarn (rechts), welche aber etwas nach Gemüse und grünem Spargel schmeckt.

Wieder zurück am Bahnhof packen wir noch etwas Reiseproviant ein und begeben uns auf den Weg zurück nach Tokio (im Bild: Milchtee und Matchakäsekuchen).
Auf dem Weg gehts linkerhand am Meer und rechterhand an den Bergen vorbei und als wir weiter ins Landesinnere zurückführen gab es sogar Schnee, was an den im Reiseführer gelesenen Österreicher. Dieser Theodor Edler von Lerch brachte das Skifahren von 1910-1912 nach Japan... :)
 Egal, angekommen in Tokio, eingecheckt und ab nach Koreatown (nördliches Shinjuku) wo man ein koreanisches Restaurant nach dem anderen findet. Heute gab es dann ein eingelegtes Schweinefleisch als koreanisches Barbecue... hierbei brät ein Kellner das Fleisch am Tisch an und schneidet es in mundgerechte Happen. Diese kann man mit Zwiebeln, vergorener Bohnenpaste, grünen Zwiebeln und weiteren kleinen Zutaten in ein Salatblatt wickeln und genießen! Das gehört zu meinen Leibgerichten... deliziös! :)


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