Mittwoch, 16. April 2014

2014-04-16
Specials in Japan… ein kleiner Ausschnitt des Frauenbildes japanischen Mädchen und junger Frauen bis zum Eintritt ins Business-Kostüm-Alter
Insgesamt gilt in Japan eine kindliche, unbeholfene und goldige Art als sehr attraktiv. Der Superlativ dieser zeigt sich in den überall zu findenden Maid Cafés, von welchen wir das Maidreamin in Tokyo besucht hatten. Hier werden die kindlichen Bedienungen, die das ganze Café mit ihrem Kindergeburtstag-Entertainment unterhalten als ewig 17-jährig angepriesen.
Auf der Straße findet man diese tapsig-süße Art zum Beispiel im Gang vieler Mädchen wieder, welche mit nach innen zeigenden Füßen wie im Schneepflug eher tapsen als laufen. Und das mit High-Heels, die manch eine nicht einmal durch normale Schuhe ersetzt, wenn es auf den Mount Misen geht. Das nicht Richten lassen von etwas krummen Zähnen trotz vieler Zahnkliniken und einem Gesundheitssystem wie in Mitteleuropa so wie die leichten X-Beine fügen sich in die wohl gern gesehene Unbeholfenheit ein. Und nicht vergessen darf man, dass viele, vornehmlich Verkäuferinnen an zur Straße aufgebauten Ständen, mit einer Art kindlich-sanften Wölkchensprache sprechen.

Da wir ja den Japan Rail Pass haben, der uns als ausländischen Touristen 2 Wochen für 308 € viele Zuglinien, Shinkansen Expresse und sogar die Miajima Fähre nutzen lässt, haben wir unser Sightseeing-Programm noch etwas erweitert. Aufgrund unserer gut geplanten Anguck-Routen ist heute noch Zeit für Nagasaki und Fukuoka, welche sich auf der drittgrößten japanischen Insel Kyushu befinden.


Nach 3 Stunden mit dem Shinkansen und der Regionalbahn kommen wir in Nagasaki an und starten unsere kleine Tour mit dem Experience History Course. Um den ausländischen Einfluss gering zu halten blieb der Hafen in Nagasaki und die auf einer künstlichen Insel Dejima befindlichen holländischen Kaufleute bis 1857 das einzige Tor Japans zur westlichen Welt. (Auch ein Würzburger Arzt und Naturwissenschaftler (Franz Philipp von Siebold) gesellte sich zu jenen Europäern und wurde alsbald als Bergholländer bezeichnet, da er als Franke einen komischen holländischen Akzent hatte. Er wirkte hier als Vermittler zwischen beiden Welten…)
Begonnen haben wir mit einer eher unspektakulären Straße, die einen Hügel rauf und runter geht und welche man als Hollander Slope bezeichnet, da man hier früher viele Europäer antreffen konnte, die hier noch alle als Holländer bezeichnet wurden. Ein westliches Haus in einstöckigem amerikanischen Holzhausstile (mit japanischem Dach ^^^) findet man hier, was aber sicherlich für einheimische Touristen auch weit spektakulärer ist…außerdem muss man hier nicht seine Schuhe ausziehen.
Der Konfuzius-Schrein, der der VR China gehört und einzigartig dadurch ist, dass er nicht auf chinesischem Boden steht, ist weitaus sehenswerter. Schöne Giebelverzierungen schmücken die bunten Dächer der Schrein-Gebäude…

…auch einen Festival-Drachen findet man hier. Auch das historische chinesische Museum kann man sich ansehen, wenn man schon Eintritt gezahlt hat.



Weiter auf unserem Geschichtserfahrungsrundgang kommen wir an der katholischen Oura Kirche vorbei, welche mit einem Weihdatum von 1865 die älteste erhaltene Holzkirche in Japan ist und auch diese ist für einen Europäer nicht gerade sehr beeindruckend.
Auf den Treppen des Glover Gartens, der nach einem Schotten benannt ist, welcher Ende des 19 Jahrhunderts sich hier niederließ und bei der Modernisierung der japanischen Industrie half, essen wir erst mal eine kleine Bentobox. Interessant ist das kleine Würstchen, was in vielen dieser Boxen zu finden ist. Manchmal kann man sogar einen Sushi-Happen Kartoffel mit Tomatensoße daneben finden…
An Chinatown vorbei,
das in Kobe etwas schöner war fahren wir mit der Straßenbahn weiter am Atomic Bomb Museum vorbei zum Atomic Bomb Hypocenter der weltweit zweiten und vorerst letzten kriegerischen Atombombenexplosion über einem Wohngebiet einer Großstadt. Diese sollte ja eigentlich den Hafen zerstören, aber man hat sie am 9.8.1945 wegen schlechter Sicht dann ‚ausversehen‘ doch auch ein dicht besiedeltes Gebiet fallen lassen, was knapp 150.000 Menschenleben forderte.
Am Denkmal dieses Explosionszentrums können wir mehrere Schulklassen beobachten, die nach Nagasaki gekommen sind um hier ihre gebastelten Kraniche abzulegen.


Unter den Skulpturen im Friedenspark finden sich auch eine von der DDR gestiftete und das Wahrzeichen von Nagasaki. Diese, welche mit der einen Hand zum Zentrum der Explosion zeigt und mit der anderen zur Seite gen Frieden deutet, ist 10 m hoch und von dem Bildhauer Kitamura Seibo.
Und schon hatten wir alles Sehenswerte gesehen und können wieder Richtung Hiroshima fahren, wo wir unterwegs noch kurz in Fukuoka Halt machen. Auf dem Weg durch die etwas größere und wieder sehr schöne Stadt kommen wir an einem Schaufenster zur Küche eines Sushi-Restaurants vorbei und man kann erkennen, dass auch hier ‚Frische‘ sehr groß geschrieben wird.^^
Der Kokutai-doro Ave. entlang biegen wir in einen dem Hakata-gawa Kanal folgenden Weg ein um an einem Straßenstand Yatai frisch Gegrilltes zu uns zu nehmen.


Und da noch etwas Platz ist gibt’s für Minh ein Reisbällchen, für Sebastian Gebäck und ich nehm mir noch ein Erdbeer-Schokoladensahnebrötchen…schmakofatz! :)
Das Obst- oder das rote Bohnenpasten-Sandwich wollte keiner.
Am Bahnhof sehen wir dann nochmal, was die Japaner machen, wenn ihre doch vergängliche Kirschblüte sich verabschiedet hat.
Nach einer weiteren Zugfahrt neigt sich auch dieser Tag dem Ende und langsam ist auch schon unser Rückflug in Sicht. Morgen geht’s nach Kanazawa, der letzten Haltestelle vor Tokio von wo aus wir in 6 Tagen wieder zurückfliegen werden.
Ich freu mich schon auf die ganzen netten und höflichen Menschen daheim in Deutschland…

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