Samstag, 19. April 2014

2014-04-19
Eintrag 19, Tag 20 unserer Reise...

Zu Specials in Japan. Naja, alles ist irgendwie speziell.
  • Man bekommt für alles eine Tüte, auch wenn man nur einen Softdrink im Supermarkt kauft. Da werden sogar die beiden Tütenhenkel ineinander gedreht, dass man direkt in die Tasche schlupfen kann.
  • Jeder Bahnhof hier ist sauber und ein tolles einzigartiges Bauwerk, was weit mehr als 3 Läden beinhaltet. Wir haben bisher 15 besucht. Keiner war auch nur ansatzweise zu bemängeln.
  • An Bahnsteigen sind Linien und Muster aufgemalt, dass man weiß, wo man sich anstellen muss. Es sind Pfeile auf den Treppen, damit man nicht in den Gegenverkehr läuft.
  • Ampeln piepen oder spielen Melodien, damit der Fußgänger weiß, wann er loslaufen muss. Längs sind's andere Melodien als quer...und wenn man einfach losläuft, ohne dass es rot ist, laufen die anderen einfach hinterher. Machen wir aber auch schon. Deswegen ist das auch strafbar hier und steht sogar im Reiseführer, dass man das nicht machen soll...
  • Überall stehen Karten herum, die in der Richtung aufgehängt wurden wie man darauf kuckt... nicht Nord-Süd ausgerichtet.
  • Hokaido spricht man nicht Ho-ka-i-do aus sondern Ho-kai-do.
  • Es gibt Brötchen mit Kartoffeln oder Brötchen mit Nudeln drin.
  • Alles gibt es auch in grün mit Grünteepulver-Geschmack (Matcha).
  • Es gibt halbe Toasts mit Honig und Eis...
  • ...und vieles mehr... :)
...und auch Baumkuchen haben sie für sich entdeckt, womit wir auch gleich schon beim heutigen Tag wären. Ich hab mir heute früh mal einen gegönnt. Ein Stück auf jeden Fall. Der Minh hat geminht, dass es auch herzhaften Baumkuchen geben soll. Das aber dann in China. Mit Schinken und so...egal. Meiner war mit Erdbeere und Milch.
 Nach diesem fast schon deutsch anmutendem Frühstück ging's weiter mit dem Zug (da wir noch einen Tag das Japan Rail Ticket hatten) nach Yokohama und zu unserer Meinung nach der einzig besuchsbedürftigen Sehenswürdigkeit, dem Ramen-(dieses wichtige und berühmte Nudelsuppengericht)-Museum.
Aber anscheinend lagen wir falsch... es gibt nur ein Raumen-Museum...
 ...welches wir uns trotzdem ansehen.
 ...und auf dem Museum steht wirklich Raumen-Museum. Vielleicht heißt es ja auch so, aber sich selbst sind sie da auch noch nicht ganz so einig, denn auf allen Flyern im Museum heißt es doch wieder Ramen. Wir sind uns dann doch sicher, dass es das richtige Museum ist, da die Suppenschüsseln an der Wand doch sehr verdächtig sind.
 Es ist aber kein gewöhnliches Museum... im Erdgeschoss ist ein Souvenir-Laden. Das ist noch Standard. Aber im ersten und zweiten Kellergeschoss ist eine kleine Stadt vom Anfang des 20. Jahrhunderts hineinstilisiert worden mit 7 Ramen-Restaurants, einem kleinen Veranstaltungsplatz und  kleinen Gässchen außenherum.

 ...wo wir dann natürlich auch essen. Das Zahlen ist noch etwas anders als bei uns, denn hier wählt man am Anfang an einem Automaten die Suppe, bezahlt und wartet dann mit der Quittung weiter in der Schlange und wird anschließend irgendwann aufgerufen.
 Und es gibt sogar eine Ramen-Zeitung in welcher steht, wie sich Ramen von seinem chinesischen Ursprungsgericht abhebt: Der Fond des Ramens ist nämlich nur für Ramen gedacht, in China verwendet man diesen auch noch für weitere Gerichte...^^ Krasser Unterschied. Da wäre ich nicht so schnell drauf gekommen, aber sie hatten ja 20 Jahre Zeit sich einen zu überlegen, denn so alt ist das Museum schon. Und Ramen ist schon seit der letzten Öffnung Japans im Jahre 1859 eingewandert...
 ...und überall schmeckt es ein wenig anders.
 Wieder zurück nach Tokio und zum Imperial Palace Palastgarten innerhalb von 20 Minuten hingeshikansent, dürfen wir angenehmer Weise feststellen, dass nicht wie vor 2 Wochen 100.000 Japaner den selben Plan wie wir fassten und den Park besuchen wollen.
Dies hat nun beim Zweiten Mal geklappt, aber ich bin nicht wirklich überzeugt von dem was wir sehen. Da gibt es spektakulärere Parks hier...


 Und dann geht's weiter zur Kappabashi Dougu Street, in welcher man alles für den Haushalt und Restaurantzubehör erwerben kann und ich wollte mir eine Suppenschüssel kaufen. Die passenden Essstäbchen hatte ich sofort gefunden... nur passen die leider nicht in den Koffer.
 ...und das Besteckregal sieht hier auch etwas anders aus als bei uns.
 Schön anzusehen waren noch die Plastik-Imitate, welche viele Restaurants in ihrer Auslage-Vitrine präsentieren, um dem vermeidlichen Kunden zu zeigen, was es denn hier leckeres geben könnte... :)
 
 Auch die Antiquitäten-Läden sehen hier etwas anders aus... und netterweise darf man alles ohne zu fragen anfassen. Und der Besitzer hat mir einfach mal ein scharfes Wakizashi (kleines Schwert der Samurai), dass ich nur angesehen hatte, in die Hand gedrückt, aber dann doch aufgepasst, dass ich nicht ausversehen Seppuku (rituellen Suizid) begehe.

 Nach einer original belgischen Spezialität, der Matcha-Waffel...
 ...gönnen wir uns noch die japanische Version der 'original' türkischen Spezialität, nämlich einen Döner. Der schmeckt etwas nach Curry, aber sehr gut.
 Und dann gehen wir noch kurz nach New York und der Minh macht ein schönes Bild von mir vor der Freiheitsstatue, die vor der Rainbowbridge steht, welche eigentlich zum Strand-Stadtteil von Tokio, Shinagawa, führt. Diese versperrt auch etwas die Sicht auf einen der vielen Türme in Japan, die dem Eiffelturm nachempfunden wurden.

 Nach 3 kleinen Erbsen im Disney-Laden in einem der Malls hier neben dem Fuji TV Headquaters...
 ...passieren wir noch eine Treppe, bei welcher es sicherlich schwierig ist das obere Ende ohne epileptischen Anfall zu erreichen, da sich die Treppen-LED-Beleuchtung ständig ändert.
 Außerdem weiß ich jetzt auch, wo die ganze Weihnachtsbeleuchtung aus christlichen Breitengraden den Frühling verbringt.
 Und schon sind wir am Ziel unserer Reise angekommen... der Gundam-Statue.
 Und weil sie so schön ist nochmal:
 Diese hält sogar ein wahres Spaktakel der modernen Maschinenbaukunst für uns bereit, denn sie dreht um 19:30, 20:30 und um 21:30 dreimal kurz ihren Kopf von links nach rechts und zurück. Dabei sprüht Wasser aus ihren Düsen und der ganze 'Roboter' blinkt wild vor sich hin derweil an die Fassade der Mall dahinter ein 10-minütiger Anime projeziert wird.
Dann noch schnell einen japanischen Crêpes...

 ...und bis morgen. Schon mal frohe Ostern von hier aus, denn wir haben hier schon Sonntag!

Und an dieser Stelle möchte ich mich auch von unserem gut ausgenutztem Japan Rail Pass verabschieden, dessen Gültigkeit heute ablief und der insgesamt ein Muss für jeden ausländischen Touristen ist, denn er spart viel Geld und verlockt dazu viel anzusehen!


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